Lettlandreise September 2001



Eine Reise nach Lettland - der Weg zurück in die Vergangenheit


Fazit


Es war wieder eine gelungene und erlebnisreiche Reise. Wir legten mit dem zwölf Jahre alten Chrysler, der schon über eine viertel Million Kilometer auf dem Tacho hatte, ca. 1400 km zurück. Er marschierte zuverlässig wie ein Schweizer Uhrwerk. Von Talsi über Tukums - Dzukste - Saldus - Skrunda - Liepaja sind wir praktisch den groben Verlauf der damaligen Kurland-Front abgefahren. Wenn man mit offnen Augen durch das Land reist, dann sind die Spuren und Narben, die diese Kämpfe hinterlassen haben, noch heute deutlich zu sehen.

Die bereits bestehenden Kontakte und Freundschaften wurden weiter ausgebaut und vertieft, neue wurden geschlossen. Die große Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit der Menschen in Lettland war wieder überwältigend. Für mich war dies ja keine neue Erfahrung im Gegensatz zu meinen Eltern. Sie waren zum ersten Mal überhaupt in diesem Land. Besonders für meine Mutter, die noch kurz vor der Reise mit einer gewissen Skepsis zu kämpfen hatte, war dies mit Sicherheit ein großes emotionales Erlebnis, welches sie heute mit absoluter Sicherheit nicht mehr missen möchte. Auch wenn sie nicht am Grab ihres Vaters stehen konnte, so hat sie doch heute eine gewisse Erleichterung gefunden. Eine alte lettische Bäuerin drückte einmal einer Frau, deren Mann ebenfalls in Lettland gefallen war und die ebenso das Grab ihres Mannes suchte, eine Rose in die Hand mit den Worten: "Ihr Man ruht gut in Lettlands Erde..." Diesen Satz kann man erst dann richtig verstehen, wenn man dieses Land und seine Bewohner kennen gelernt hat. Diese Menschen dort haben sehr großen Respekt und Ehrerbietung den gefallenen deutschen Soldaten gegenüber, welchen man in unserem Lande leider weitläufig vermisst. Dieser Satz der alten Lettin bringt den Sinn dieser diesjährigen Reise auf den Punkt. Mehr braucht man darüber eigentlich nicht zu sagen. Eine Reise nach Lettland genügt, um einen Grossteil seines Seelenfriedens zu erlangen, auch wenn sich bisher leider kein Grab hat finden lassen...


Rothselberg, den 28. September 2003



Michael Molter

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