Lettlandreise September 2003



Eine Reise nach Lettland - der Weg zurück in die Vergangenheit


4. Tag: Dienstag, 2. September 2003


Heute Morgen wieder das gleiche Spiel. Es regnete leicht und nach dem Frühstück holten wir Ernst in Dzukste ab. Heute stand Liepaja auf dem Plan. An der ersten Tankstelle der A9 bei Pienava tankte ich noch. Auch Öl und Kühlwasser mussten mal wieder nachgefüllt werden. Es war schon fast 10.30 Uhr, bis wir uns richtig auf den Weg machen konnten. Die 155 km lange Strecke hatten wir in ca. 2 Stunden geschafft, so dass wir gegen 12.30 Uhr in Liepaja eintrafen. Dort wartete am neu eröffneten City-Market Indra Gustsone bereits auf uns, mit der ich diesen Treffpunkt zuvor vereinbart hatte. Ich kenne Indra seit zwei Jahren und dadurch klappte das alles sehr gut. Wir aßen dann dort alle noch zu Mittag und kauften gleich ein paar Sachen ein. Anschließend fuhren wir ins Stadtzentrum und Indra unternahm mit uns einen kleinen Stadtrundgang. Danach führte sie uns zum Kriegshafen. Dieses Viertel war einmal eines der reichsten in Liepaja. Heute ist es genau umgekehrt. Man fährt durch Straßen, in denen links und rechts hinter den Bäumen noch rote Ziegelsteinbauten aus der Zarenzeit zu sehen sind. Sie wurden von russischen Offizieren genutzt. Heute werden zum Teil die Ziegelsteine abgetragen, gesäubert und verscherbelt. Zurück bleiben nur noch Ruinen.

Ostsee
Blick vom Kriegshafen in Liepaja zur Ostsee hinaus.

Nach einem schönen Ausblick auf die Ostsee, fuhren wir wieder zurück durch die Stadt, um kurz bei Indra Station zu machen. Sie hatte uns zum Kaffee eingeladen. Etwa 17 km außerhalb von Liepaja hat sie sich zusammen mit ihrem Mann ein kleines Haus gekauft. Die Beiden erwarten im September ihr erstes Kind. Um 16.30 Uhr nahmen wir Abschied und wir fuhren die gleiche Strecke zurück, über Grobina - Skrunda - Saldus - Dzukste.

Kurz vor der Abfahrt nach Dzukste hielten wir an der Gedenkstätte "Rumbas" an. Diese hat sich seit meinem letzten Besuch positiv verändert. Es wurde ein kleiner Parkplatz angelegt und einige Informationstafeln angebracht, auf denen man Wissenswertes über die Kämpfe - die dort um die Jahreswende 1944/45 stattfanden - erfahren kann. Jedoch leider nur in lettischer Sprache. Das ganze Gelände wurde von Unkraut befreit und zwei weitere Gedenksteine kamen noch hinzu. In dieser Gegend befinden sich sehr viele solcher kleinen Gedenkstätten, die an die Kämpfe der lettischen Legionäre erinnern, welche auf deutscher Seite in diesem Gebiet erbittert gegen die Sowjets gekämpft hatten.

Nach dieser kurzen Besichtigung bei Rumbas fuhren wir auf Seski vorbei, um unsere eingekauften Sachen aus dem Wagen auszuladen, denn um 19.30 Uhr wartete schon der nächste Termin. Herr Andris Rugens von der lettischen Landwehr kam zusammen mit seiner Frau aus Slampe zur Familie Bargais, wo wir uns alle trafen. Herrn Rugens kenne ich schon von meinem ersten Besuch in Lettland. Von daher war es eher ein großes Wiedersehen. Zunächst gab es Abendessen und der Tisch war wieder reichlich gedeckt. Nach dem Essen - Karlis war zwischenzeitlich aus Riga zu uns gestoßen - wurde wieder lebhaft diskutiert. Gegen 22.00 Uhr kamen wir so langsam aber sicher zum Ende. Ernst blieb hier, denn er war ja sozusagen schon zu Hause. Karlis, meine Eltern und ich fuhren zurück nach Seski, wo wir uns zum Abschluss auch noch eine Weile zusammen setzten, bis dieser Tag kurz nach Mitternacht endgültig sein Ende fand.



Michael Molter

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